Die dunkle Seite der Probiotika

Um ihrer Darmgesundheit und ihrem Körper etwas Gutes zu tun schlucken viele Menschen probiotische Nahrungsmittel. Doch das könnte auch unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Mediziner haben 30 Personen untersucht, die unter Verwirrtheit und Konzentrationsschwierigkeiten in Kombination mit geblähtem Bauch, Magenschmerzen sowie Flatulenzen (Abgang von Winden aus dem Darm) leiden.

Dabei stiessen sie auf riesige Kolonien an Lactobacillus-Bakterien im Dünndarm der Betroffenen, die grosse Mengen an D-Milchsäuren produzierten. Manche Patienten wiesen 2-3x so viel D-Milchsäuren im Blut auf wie bei gesunden Menschen üblich.

Die Bewusstseinseintrübung trat bei ihnen rasch nach einem Essen auf und dauerte eine halbe bis hin zu mehreren Stunden an. Einer Befragung zufolge nahmen die Personen regelmässig Probiotika zu sich, teilweise in exzessiven Mengen.

Im Gegensatz zum Dickdarm leben im Dünndarm nur wenige Bakterien. Gerät das Gleichgewicht der Darmflora durch Probiotika durcheinander, setzen die zugeführten Lactobacillus Bakterien Zucker aus der Nahrung um und erzeugen dabei D-Milchsäuren. Diese Substanz dringt durch die Darmwand ins Blut und darüber hinaus ins Gehirn. Hier wirkt D-Michsäure giftig auf die Nervenzellen und beeinflusst dadurch das Gedächtnis, Zeitgefühl und Denkprozesse. Bei Menschen, die anschliessend Antibiotika einnahmen und auf Probiotika verzichteten, liessen die Beschwerden nach.

Probiotika sollten deshalb eher als Arznei betrachtet werden und nicht als Nahrungsergänzungsmittel.

Nützlich sind Probiotika, um die Darmflora nach einer Antibiotikagabe neu aufzubauen, doch der regelmässige unkontrollierte Konsum sollte eher zurückhaltend stattfinden.