Strategien gegen wiederkehrende Scheidenentzündungen

Akut auftretender vaginaler Ausfluss (Fluor) ist in diagnostischer und therapeutischer Hinsicht meist kein Problem. Aber 5 -10% aller Frauen leiden an chronischen Scheidenpilzentzündungen.

Chronische Erkrankungen dieser Art erweisen sich aber als ausgesprochen schwierig. Auch der partnerschaftliche Bereich ist häufig betroffen. Bei bakterieller Scheidenentzündung oder unspezifischer Scheidenentzündung verdrängen krankmachende Keime die normale Scheidenflora. Die Säureproduktion nimmt ab, der ph-Wert des Scheidenmilieus steigt an. Antibiotika und Mittel gegen Pilzentzündungen können die akuten Beschwerden zwar oft lindern, wiederkehrende Scheidenentzündungen verhindern sie aber nicht.

Langfristiger Schutz durch Impfstoff

Langfristigen Schutz verspricht die Therapie mit einem Impfstoff, der inaktive Keime bestimmter Lactobazillen enthält. Dieser Impfstoff regt die Bildung spezieller Antikörper an, die sich gegen Stämme der veränderten sogenannten Schutzbakterien der Scheide wendet. Den vorbeugenden Nutzen und die gute Verträglichkeit belegen 26 Studien mit über 2800 Patientinnen. Die Zahl der wiederkehrenden Scheidenentzündungen sank um 82%. Zwei Drittel der Patientinnen blieben ganz ohne Wiederkehr.

Zu ähnlichen guten Ergebnissen kamen 2 Doppelblindstudien mit wiederkehrenden bakteriellen Scheidenentzündungen und eine Studie mit wiederkehrenden Pilzinfektionen der Scheide.

Der Impfstoff Gynatren stärkt die Immunabwehr im Scheidenmilieu. Er regt die Bildung von Antikörpern an und fördert die Produktion der sogenannten „Döderlein“ oder Milchsäure-Bakterien. Diese sorgen wiederum für ein saures und damit normales Milieu der Scheide. Die Gynatren-Impfung reduziert Scheidenpilzinfektionen nicht auf Null, aber sie verringert die Anfälligkeit dafür.

Hausmittel

Doch es gibt auch ein einfaches Hausmittel, um ein gestörtes Scheidenmilieu wieder ins Gleichgewicht zu bringen: Ansäuern durch eine örtliche Therapie mit Milchsäurebakterien.

Intimhygiene

Da auch häufig eine übermässige Intimhygiene die Ursache für wiederholte Scheidenentzündungen ist, gibt es Tipps zur Intimhygiene auch auf dieser Webseite.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt / archiv / 29577

 

 

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