Wie belastend ist die Pille für den weiblichen Körper?

Zusammenfassung

Die Pille kann nicht unerhebliche körperliche und psychische Nebenwirkungen bei der Frau haben. Blutdruckerhöhung, Anstieg der Leberwerte, erhöhtes Risiko für Thrombose und Lungenembolie oder ein womöglich erhöhtes Risiko für /Brustkrebs. Eigentlich soll die Pille sexuelle Freiheit geben. Der Preis ist in vielen Fällen aber hoch, denn: das Gefühl, spontan Lust und sexuellen Trieb zu empfinden, kennen viele Frauen unter der Pille nicht. Eine Frau, die die Pille nimmt, verändert auch ihren Körpergeruch, nimmt auch den Duft ihres potentiellen männlichen Sexpartners anders wahr als ohne Pille. Diese Veränderung der sexuellen Lust, des Geruchsempfinden sowie des eigenen Geruchs kann unter Umständen sogar negative Auswirkungen auf die Beziehung / Ehe haben.

Dabei gibt es hormonfreie Alternativen zur Verhütung.

41 Prozent der Frauen in der Schweiz sind aktuell in ihrer fruchtbaren Phase. Das Verhütungsmittel der ersten Wahl ist mit 53% die Pille, gefolgt vom Kondom (37 Prozent). Bei den Frauen zwischen 30 und 39 wird die Spirale be­deutsam und wird von 10 Prozent genutzt, sie enthält in vielen Fällen ebenfalls Hormone wie die Pille. Die Sterilisationen von Mann oder Frau machen eben­falls ein paar Prozent aus, aber erst wenn die Betroffenen die 40 Jahre überschritten haben.

Und auch das ist typisch fürs Thema Verhütung: Oft kein Wort über die körperlichen und vor allem psychischen Nebenwirkungen der Pilleneinnahme bei der Frau. Die hormonelle Verhütung ist ein Eingriff in die Biologie des weiblichen Körpers und des Gehirns, die reiflich abgewogen werden sollte.

Mögliche Nebenwirkungen der Pille

Blutdruckerhöhung, Anstieg der Leberwerte, erhöhtes Risiko für Thrombose und Lungenembolie oder ein womöglich erhöhtes Risiko für Brustkrebs sind vielfach diskutierte und durchaus bekannte ernste Nebenwirkungen der hormo­nellen Verhütung.

Scheidentrockenheit, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Pilz- und Blaseninfektionen, braune Flecken im Gesicht und Schmierblutungen sind ganz alltägliche Nebenwirkungen. Viele Hormonprodukte führen durch die enthaltenen künstlichen Gelbkörperhormone ausserdem zu öliger Haut, grossen Poren, Pickeln, Haarausfall und Damenbart, alles Beschwerden, die Frauen oft nicht mit den Hormonen in Verbindung bringen.

Wann kann die Pille medizinisch sinnvoll sein?

Wirklich sinnvoll kann eine Hormongabe sein, wenn damit gynäkologische Er­krankungen behandelt werden. Es gibt ein paar spezielle Pillen mit einem Gelb­körperhormon, das einen anti-männlichen Hormon-Effekt hat und Bartwuchs, Haarausfall oder manche Akneformen bessert. Auch bei gynäkologischen Er­krankungen wie Zysten in den Eierstöcken oder Endometriose ist die Pille als Medikament wirksam.

Die Pille wird seitens der Pharmaindustrie in hübschen Verpackungen mit Blu­men und geschwungenen femininen Deko-Linien präsentiert. Dabei handelt es sich jedoch de facto um ein Arzneimittel, das man in einen gesunden Körper einwirft, fast so, als wären es Bonbons.

Die Kehrseite der «sexuellen Freiheit»: Reduzierte Lust und vielleicht der falsche Partner?

Viele junge Frauen nutzen die Pille schon mit 14 Jahren. Es soll ihnen sexuelle Freiheit geben. Der Preis ist in vielen Fällen hoch: Das Gefühl, spontan Lust, Gier und sexuellen Trieb zu empfinden, was man ja Männern (die nicht hormo­nell geplättet sind) als genuin zuschreibt, kennen viele Frauen unter der Pille nicht. Sie haben auch Sex, doch müssen sie sich unter der Pille stärker dazu mo­tivieren; es ist weniger der körperliche Trieb als eine Kopfentscheidung, für die sie bewusste Impulse benötigen oder äusserliche Stimuli. Erst nach dem Abset­zen der Pille spüren Frauen oft sexuelles Begehren, das einfach als Bauchgefühl ganz ohne Trigger entsteht. Die Pharmaindustrie liegt also mit im Bett und hemmt die triebgesteuerte sexuelle Selbsterkundung, die gerade die Pille doch eigentlich erst ermöglichen sollte.

Eine Frau, die die Pille nimmt, verändert ihren Körpergeruch, nimmt auch den Duft ihres potentiellen männlichen Sexpartners anders wahr als ohne Pille. Der Duft der Haut und unserer Duftdrüsensekrete ist dafür entscheidend, ob man sich gut riechen kann. Ist das so, landet man, wenn es gut läuft, miteinander in der Kiste, und wenn es besonders gut läuft, wird man ein Paar und bekommt ge­sunde Nachkommen.

Doch was passiert, wenn Sie unter Einnahme der Pille den Mann Ihres Lebens kennenlernen? Dann riecht er eine Frau unter der Pille, denn Sie sondern Pillen­duft ab, aber auch Sie nehmen ihn nur durch eine pillengeprägte Nase wahr. Haben Sie nun ein paar Jahre mit ihrem Partner gelebt und geliebt, kommt es vielleicht zu dem Punkt, dass Sie sich sagen, ja, jetzt will ich mit ihm Kinder haben, und Sie setzen die Pille ab. Und dann, was passiert?

Womöglich können Sie ihn nicht mehr riechen. Und er Sie nicht. Weil Sie je­doch bereits sozial aneinander gebunden sind, heiraten Sie dennoch. Mag der durch die Pille veränderte Duft der Haut vielleicht ein Grund für die hohen Scheidungsraten heutzutage sein?

So «funktioniert» die Pille

Pillen, aber auch der Verhütungsring und die Hormonspirale enthalten künstli­che Geschlechtshormone. Sie sorgen für konstante Hormonspiegel im Körper und beeinflussen die Regelmechanismen übergeordneter Steuerhormone im Ge­hirn. Schwangerschaftsverhütung erfolgt somit darüber, dass der Eisprung unter­drückt oder auch nur der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung eines befruchteten Eis gehemmt und der Schleim am Muttermund verdickt wird, so dass Spermien nicht reinkommen.

Alternativen zur Pille

Dabei sind hormonfreie Alternativen neben Kondomen auf dem Markt. Viele kennen die Kupferspirale. Sie setzt Kupfer-Ionen frei, die die Spermien lahmle­gen auf ihrer Reise vom Penis zum Ei und lösen an der Schleimhaut der Gebär­mutter eine leichte Irritation aus, die es einem doch aus Versehen befruchtetem Ei unmöglich macht, sich einzunisten. Noch viel zarter und auch bei Jugendli­chen schon möglich sind ein kleines Kupferkettchen, das gleich einem Piercing in der Gebärmutter eingehängt wird, und auch ein Kupfer-Perlen-Ball, der einem Wollknäuel mit Perlen gleich einfach in den Uterus hineingeschoben wird. Eine nebenwirkungsarme, sichere Alternative.

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Quelle: FAS-Leben vom 12/2017
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