Urinabgabe und Urinuntersuchung beim Gynäkologen im Rahmen der Jahreskontrolle – Warum eigentlich?

Vorneweg: Für die Abgabe der Urinprobe müssen Sie nicht nüchtern sein. Bei der Urinprobe geht es etwa um den Nachweis von Blut, Bakterien oder der erhöhten Ausscheidung von Glukose(Zucker).

Wichtig ist bei einer Urinprobe, dass Sie, werden Sie zur Abgabe eines Mittelstrahlurins aufgefordert, den Genitalbereich vorher gründlich reinigen, die erste Urinportion in die Toilette schütten und dann eine Portion in den ausgehändigten Becher urinieren.
Der so gewonnene Urin wird nach seiner Farbe und seinem Geruch bewertet. Dazu wird er auf den Nachweis verschiedener Substanzen mittels Teststreifen oder Auszählung im Labor untersucht.

  • Trinken wir sehr viel, wird der Urin aufgrund seiner Verdünnung sehr hell. Bei Blutbeimengungen verfärbt er sich rötlich. Bierbrauner Urin ist ein Zeichen der erhöhten Ausscheidung von Bilirubin und weist auf eine Veränderung der Leber- und /oder Gallenwerte hin.
  • Blutnachweis im Urin kann vielfache Ursachen haben: Dazu zählen etwa Entzündungen, ein chronischer Reizzustand der Blase, Nieren – oder Harnleitersteine, eine Harnröhrenenge, aber auch eine Schädigung der Nieren oder ein Tumor in den ableitenden Harnwegen.
    Blutnachwies im Urin bedarf dringend der Abklärung durch einen Arzt.
  • Erhöhte Zuckerwerte im Urin können Hinweis auf einen neu aufgetretenen Diabetes sein, aber auch Zeichen eines schlecht eingestellten oder fortgeschrittenen Diabetes, der mit einer Schädigung der Nieren verbunden ist.
    Sie können auch eine angeborene Nierenfunktionsstörung oder Nierenverletzung mit anzeigen.
  • Trüber und flockiger Urin weist auf eine Entzündung hin – meist riecht er auch beissend. Auch altes Blut, das über den Urin ausgeschieden wird, riecht und färbt ihn rötlichbraun.
  • Ein verfärbter, übelriechender Urin kann aber auch eine ganz einfache Erklärung haben – wir trinken zu wenig: Die Nieren schicken dann viel Flüssigkeit in den Körper zurück, die Stoffe, die wir mit dem Urin ausscheiden liegen in höheren Konzentrationen im Verhältnis zur Menge vor, etwa dem Harnstoff – und der riecht deutlich!
  • Nicht zuletzt können Medikamente und Lebensmittel den Urin verfärben: Rote Beete macht ihn rot. Das Antibiotikum Metronidazol kann ihn rötlich bis braun verfärben oder auch übel riechen lassen.

 

Foto: © Alexander Raths– Fotolia.com