Moderne Brustkrebstherapie

Brustkrebspatientinnen ohne Fernmetastasen (sog. “Töchtergeschwülste“) haben gute Chancen, wieder gesund zu werden. Mit Hilfe neuer Testverfahren können unnötige Chemo-Therapien vermieden werden.

  • Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Rund 75% der Patientinnen, die ohne sogenannte Fernmetastasen zur Erstdiagnose kommen, überleben heutzutage die Erkrankung bzw. werden geheilt.
  • Da Brustkrebs bereits bei der Erstdiagnose als eine Erkrankung des ganzen Körpers angesehen wird, muss die Behandlung aus Operation, eventueller Bestrahlung und vorbeugender medikamentöser Therapie bestehen.
  • Da die Tumoren aber durch frühere Entdeckung immer kleiner werden und immer seltener Tumorzellen in den Achsellymphknoten vorkommen, gilt es heute, eine Übertherapie bei der Operation als auch bei der medikamentösen Therapie zu vermeiden.

Für die Operation bedeutet das: So wenig wie nötig.

Deshalb können über 80% der Patientinnen brusterhaltend operiert werden.

Im Gegensatz dazu ist es auch in 30% der Fälle vorteilhafter, vor einer Operation zunächst eine kürzere Chemotherapie durchzuführen.

Um die beste Therapie festzulegen, müssen zunächst weitere Informationen über die Hormonempfindlichkeit, die Wachstumsgeschwindigkeit und den HER-2 neu Rezeptor, auch ein sogenannter Wachstumsrezeptor, vorliegen.

Neue Prognosetests

Die meiste Angst haben Brustkrebspatientinnen vor einer Chemotherapie. Dabei kann auf diese – je nach Tumoreigenart – auch durchaus verzichtet werden.

  • Notwendig ist die Chemotherapie bei schnell wachsenden Tumoren und vielen befallenen Achsellymphknoten.
  • Bei Patientinnen mit hochempfindlichem Tumor ohne befallene Achsellymphknoten reichen die herkömmlichen Untersuchungen des Pathologen jedoch nicht aus, um zu entscheiden, ob eine Chemotherapie notwendig ist. Hierfür gibt es einen Eiweisstest-uPA / PAI1 – oder qualitätskontrollierte Multigentests, die die Entscheidung für und gegen eine Chemotherapie unterstützen können.
  • Durch diese Zusatztests kann bei frühem Brustkrebs sowohl eine Übertherapie durch eine nicht notwendige Chemotherapie, als auch eine Untertherapie vermieden werden.

Bisher sind diese Tests aber noch nicht Standard und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen nicht klar geregelt.

  • Bei etwa 5-10% aller Patientinnen sind bereits bei der Erstdiagnose Organe wie Leber, Lunge oder Knochen befallen, bei etwa 25% treten im Verlauf Fernmetastasen auf.
  • Auch für Patientinnen mit Fernmetastasen gibt es neue Hoffnung durch zielgerichtete Medikamente, die Tumorzellen angreifen, ohne die gesunden Körperzellen zu sehr zu belasten und den Erhalt der Lebensqualität zu gefährden.

In Anbetracht der vielfältigen Behandlungsmethoden und des raschen Fortschrittes in der Krebsmedizin gilt:

Jeder neu aufgetretene Knoten in der Brust muss abgeklärt werden.

Denn: Eine von Anfang an optimale Therapie verbessert letztlich die Überlebenschancen

 

Foto: © detailblick. – Fotolia.com