Kinderwunsch: Wie lässt sich die Qualität der Eizellen verbessern?

Was können Sie selbst zur Verbesserung Ihrer Chancen für eine Schwangerschaft tun?

Ab dem 35. Lebensjahr einer Frau, verlieren ihre weibliche Eizellen an Qualität und dementsprechend auch die Eierstöcke an Eizell-Quantität. Bereits ab dem 42. Lebensjahr kommt es deshalb kaum mehr zu einer Schwangerschaft.

Die Meinung, dass bei einer über 35-jährigen Frau die Eizellqualität nicht mehr deutlich verbessert werden kann, ist weit verbreitet. Allerdings gibt es inzwischen neuere Forschungsergebnisse, die besagen, dass die Möglichkeit besteht, die Qualität der Eizellen in diesem Alter durch entsprechende Massnahmen zu verbessern.

1. Eizellreserve abklären lassen

Bei Kinderwunsch ab dem 35. Lebensjahr einer Frau sollte deshalb zunächst die Eizellreserve geklärt werden. Dies lässt sich am besten durch die Bestimmung des FSH (das Eibläschen-stimulierende-Hormon) und des „Anti-Müller-Hormons“ zum Zeitpunkt des Zyklusbeginns klären.

Zyklusbesprechung Frauenarzt/Gynäkologe - © Photographee.eu - fotolia.comWeiterhin kann durch die Beurteilung der vaginalen Schleimhautverhältnisse der Zeitpunkt des Eisprunges und damit die Planung des Verkehrs mit etwas Übung relativ sicher deuten: Denn die Eizelle ist durchschnittlich nur für ca. 10 Stunden befruchtungsfähig. Eine andere Art, den Eisprung zu ermitteln ist die Benutzung von Hormon-Teststreifen. Dies funktioniert aber bei ca. 10 % aller Frauen nicht.

2. Ernährung

Nahrung hat auf unseren Körper einen enormen positiven oder negativen Einfluss. Es gibt zwar Frauen, die unabhängig von gesunder Ernährung oder bei körperschädigendem Verhalten (Alkohol, Tabak), trotzdem problemlos schwanger werden. Möchte aber eine Frau aufgrund ihres Alters ihre körperlichen Ressourcen verbessern, um schwanger zu werden, gibt es dafür wissenschaftlich belegte Ernährungsarten, die die weibliche Fruchtbarkeit nachweislich steigern und  so auch die Eizellqualität verbessern können.

Die mediterrane Küche

Die mediterrane Küche hat viele Vorteile in Hinblick auf die Verbesserung der Eizellqualität (hierzu gibt es Studien, veröffentlicht in hochkarätigen Fachzeitschriften wie „Fertility and Sterility und Human Reproduction“). Man ist dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass Ernährung eine wohl bisher unterschätzte Rolle bei der Entstehung einer Schwangerschaft spielt.

Ob und wie speziell die mediterrane Küche die Aussichten auf eine Schwangerschaft genau verbessern kann, ist im Endeffekt noch unbekannt: Möglicherweise könnte der hohe Gehalt an Antioxidantien in schonend verarbeitetem Obst und Gemüse ein Grund sein. Auch ein höherer Folsäurespiegel könnte positiv wirken: Folsäure verbessert nach der „Nurses Health-Studie“ (mit immerhin 18.555 Teilnehmerinnen) nicht nur den Eisprung und die Einnistung, sondern senkt auch das Risiko für Störungen der Nerven des Rückenmarks (z.B. „spina bifida“).

Vitamine, Ernährung - Foto: ©seralex – fotolia.com©

Vitamin-Basisversorgung

Vor einer Schwangerschaft könnten beispielsweise folgende Vitaminpräparate als generelle Basisversorgung dienen:  „Femibion“ und „Orthomol natal“ . Die benötigte Folsäure, wie „Folio forte“, sollte als Präparat mindestens 400-800 ug Folsäure enthalten, um die besten Bedingungen für die Befruchtung und Einnistung des Eies zu erreichen. Auch um ihr Nervensystem richtig ausbilden zu können, haben Babys in der frühen Entwicklungsphase einen hohen Bedarf an Folsäure und B-Vitaminen. Aber generell ist zu beachten, dass alle Nährstoffe dabei an die vorherrschenden Bedürfnisse angepasst werden sollten: Positiv beeinflussend können spezielle „Vitamincocktails“ wirken, die ausgerichtet sind auf die Phasen: Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillphase.

Hinweis: Eine Selbstdosierung der nachfolgend aufgeführten Präparate ist nicht empfehlenswert. Bitte sprechen Sie in Bezug auf die Dosis (auch zur Vermeidung einer Überdosierung) mit einem kompetenten Mediziner.

Vitamin D

Um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen, gilt die ausreichende Versorgung mit Vitamin D als einfache und kostengünstige Methode.

In der westlichen Gesellschaft ist der Vitamin-D Mangel hoch und wird mit mehreren Arten von Krebs, Osteoporose und verminderter Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht (Dr. L. Pal, Fachschrift „Fertility and Sterility“). Da die erfolgreiche Schwangerschaftsrate auch bei künstlicher Befruchtung stark durch Vitamin-D positiv beeinflusst wird, sollte der Vitamin-D Status als Teil jeder Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden.

Sonnenschein, Licht, Vitamin D, ©Smileus – fotolia.com

Zurzeit wird vermutet, dass Vitamin-D in den letzten Stadien der Zellreifung und bei den Zellteilungen im frühen Embryostadium eine wichtige Rolle spielt. Auch scheint die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut und damit indirekt die Einnistung des Embryos durch Vitamin-D positiv beeinflusst zu werden. Der Vitamin-D Status lässt sich durch einen Bluttest bestimmen.

Die WHO hat vor nicht langer Zeit den täglichen Bedarf für Vitamin D bei den meisten Frauen deutlich angehoben. Eine Überdosierung an Vitamin D ist entsprechend der Empfehlung nicht möglich. Im Sommer ist es durch Aufenthalt und Freizeit im Freien möglich, den Vitamin-D Haushalt durch geschützte Sonneneinstrahlung auch über die Haut positiv auszugleichen.

 

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Coenzym Q 10

Das Coenzym Q10 ist ein wichtiger Teil des Energiegewinnungssystems, das jede einzelne biochemische Reaktion des Körpers „anfeuert“.

Insbesondere die Eizellen benötigen viel Coenzym Q10, sobald sie sich auf den Weg zum Eisprung machen. Zum schnellen Wachstum des Embryos wird ebenfalls Coenzym benötigt. So ist Q 10 der Treibstoff all dieser Prozesse. Sie finden in den Mitochondrien, den „Kraftpaketen“ der Zellen statt, denn hier sitzen die Coenzym Moleküle, bauen Spannung auf und setzen Energie frei.

Zusammengefasst: Ohne Coenzym Q10 gibt es keine gesunden Eizellen und ohne sie gibt es keinen Eisprung, keinen Embryo, keine Einnistung, keinen Fetus und kein Baby.

Und wie sieht nun der Moment der Empfängnis aus? Der Moment der Vereinigung von weiblicher Eizelle  (bildlich: Haus) und Spermium (bildlich: Brief) ist wie ein unter der Haustür durchgeschobener Brief. Dieser Brief enthält die DNA des Vaters.

Die Eizelle wird in den nächsten Tagen die ganze Ernährung für den Embryo bereitstellen,  so dass diese ersten Tage also die härtesten im Leben eines Embryos sind. Bis zur Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut dauert es zwischen 3-10 Tagen; in dieser Zeit hat der Embryo keine andere Energiequelle. Erst nach der Einnistung übernimmt der Körper der Mutter die Verantwortung und liefert frische Nährstoffe über das Blut.

Bei der Coenzym Q10- Zufuhr wird heute die Gabe in Form von „Ubichinol“ bevorzugt. Eine tägliche Einnahme von Coenzym Q10 über mehrere Monate, die zu einer signifikanten Verbesserung der Eizellqualität führen können.

DHEA

DHEA ist das am häufigsten vorkommende Stereoidhormon im menschlichen Körper und bildet die Vorstufe, sowohl für die männlichen Sexualhormone (Androgene), als auch für die weiblichen Sexualhormone (Estrogene).

In einem Übersichtsartikel, der 2011 in der Fachzeitschrift „Reproductive Biology an Endocrinology“ veröffentlicht wurde, konnten insgesamt 64 Veröffentlichungen zum Thema DHEA ausgewertet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse waren:

  • Immer mehr Kinderwunschzentren weltweit empfehlen die Ergänzung mit DHEA als Teil der Behandlung von Frauen im fortgeschrittenen Alter, also ab 35 Jahren.
  • DHEA verbesserte stets die Qualität und Leistungsfähigkeit der Eizellen und führte zu höheren Schwangerschaftsraten bei Frauen mit verminderter Eizellqualität.
  • Es ergaben sich Hinweise aus den zusammengefassten Studien, dass DHEA sowohl die Anzahl der reifenden Eizellen als auch die Embryonenqualität bei Frauen im fortgeschrittenen Alter verbessert.

Dosierung: Nur nach Absprache mit einem Facharzt.

Auch das statistische Risiko einer Fehlgeburt nach DHEA-Einnahme wurde um 50-80% reduziert. Das bedeutet, dass DHEA nicht nur dabei hilft, schwanger zu werden sondern auch schwanger zu bleiben.

DHEA sollte aber nur unter ärztlicher Kontrolle rezeptiert und die Spiegel kontrolliert werden. Dies geht mit dem Gesetzgeber konform.

Omega 3 und 6

Omega 3 und 6 sind wichtig als Bausteine in Zellmembranen.

Lachs, Fisch, Omega3 - ©kab-vision – fotolia.comDabei unterstützen Omega-3-Fettsäuren regenerative Prozesse. Omega-6-Fettsäuren werden aber zu entzündungsfördernden Stoffen. Da wir in Form von Industriefetten immer mehr Omega-6-Fettsäuren konsumieren, wirkt sich ein hoher Omega-6-Überschuss negativ auf die Zellmembran aus; es entstehen so immer grössere Mengen von entzündungsfördernden Molekülen, die sich auch negativ auf die Eizellqualität auswirken können.

Zur Verbesserung der Eizellqualität scheint es angeraten zu sein, einerseits die Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren zu verringern und andererseits auf eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse-Snacks, Trockenobst-Mischungen und beispielsweise grünem Tee zu achten.

Im Gegensatz zur Verringerung von Omega 6 ist die Erhöhung von Omega 3 einfach: Die WHO empfiehlt für Erwachsene einen täglichen Konsum von EPA (Eicosapentaenaäure) und DHA (Decosahexaensäure).

Dies erreicht man entweder durch Ergänzungsmittel oder durch einen Verzicht von Industrieölen, wie Mais-, Soja- und Sonnenblumenöl  sowie eine Ernährungsumstellung auf Oliven-, Leinsamen- oder Kokosnussöl, Butter und Schmalz.

Eine Umstellung der Ernährung kann also – kombiniert mit einem aktiven Lebensstil, der Einnahme von bestimmten Vitaminen und auch Omega 3 – zu einer verbesserten Eizellqualität und somit zu einer höheren Befruchtungsrate führen.

3. Akupunktur

Akupunktur - © nanettegrebe - Fotolia.comEs besteht die Annahme, dass Akupunktur die Schwangerschaftsraten erhöhen kann. Alle bisher dazu stattgefundenen Studien konnten diese Vermutungen aber noch nicht eindeutig bestätigen.

Durch gezielte Akupunktur der Entspannungspunkte (Ohr-, oder Körperakupunktur) lässt sich auf jeden Fall eine deutliche Verringerung der Anspannung und damit eine Stressreduktion im Rahmen des Kinderwunsches erreichen.

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Quelle: Amerikanische Fachzeitschriften wie „Fertility and Sterility“, „Human Reproduction“ und  S. Wagner, Ph. D.: Die Qualität der Eizellen verbessern.
Fotos: ©Dr_Kateryna, ©Photographee.eu, ©seralex, ©Smileus, ©kab-vision, ©nanettegrebe – fotolia.com