Hormonbehandlung: Können Hormone Brustkrebs auslösen?

Für die Entstehung von Brustkrebs werden sehr viele Faktoren verantwortlich gemacht, künstliche Hormone können dazu beitragen.

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Wie aus der obigen Grafik von Dr. Römmler / Endokrinologe München ersichtlich ist, können künstliche Gestagene mit Östrogenen das Krebsrisiko für Brustkrebs erhöhen. Nur die Kombination von biologischem Östradiol und bioidentischen Progesteron ist neutral, in Hinblick auf das Brust-Krebsrisiko. Physiologische bzw. bioidentische Hormone lösen keinen Brustkrebs aus.

Bei manifestem Brustkrebs allerdings gelten Hormone derzeit als Wachstums-Förderer – aber nicht als Auslöser. Deswegen wird bei Brustkrebs, wenn dieser hormonpositiv ist (ca.50% aller Brustkrebse) in der Regel ein Hormon-Blocker oder es werden Antihormone eingesetzt, da diese eine Verminderung der Rückfälle um immerhin 20% gezeigt haben.

Hormongaben mit bioidentischen Hormonen erhöhen nicht die Krebsrate, jedoch vermindern sie sie auch nicht, wie ebenfalls aus der oben dargestellten Grafik hervorgeht. Die meisten Frauen bekommen den Krebs in einem Alter, in dem eigentlich kaum noch Hormone im Körper vorhanden sind.

Zusammenfassend ist festzuhalten:

  • Brustkrebs wird nicht durch eine bioidentische Hormontherapie  ausgelöst!
  • Bioidentische Hormone  schützen sogar vor Krebs, zum Beispiel Darmkrebs.
  • Nach derzeitigem Wissensstand sind aber bei einem bereits existierenden und gegen Hormone empfindlichen Krebs, Hormone dann als Wachstumsförderer anzusehen.

Brustkrebs – und vorher eine Hormontherapie  bekommen – was nun?

Moderne Daten zeigen, dass Brustkrebs, der sich durch viele Faktoren auch unter einer Hormonersatz-Therapie gebildet hat, deutlich „gutartiger“ ist als jene Krebse, die sich im hormonarmen Milieu gebildet haben.

In einer Studie von Prof. Dr. med. Johannes Huber  (Universitäts-Frauenklinik Wien/ Österreich), veröffentlicht in einer renommierten amerikanischen Fachzeitschrift (Am. J. Obstetr. Gynecol 2007 Apr; 196: 342 e 1-9;)) wurden 1.072 Patientinnen mit Brustkrebs und Hormontherapie vor dem Auftreten des Brustkrebses über 6 Jahre regelmässig überwacht.

Dabei ergab sich:

  • Nur 1,9% der Patientinnen mit vorheriger Hormontherapie hatten Fernmetastasen, dagegen 7% der Patientinnen ohne vorherige Hormontherapie. Dies ist ein sehr interessantes Ergebnis, weil es bedeutet, dass viel weniger Metastasen bei jenen Patientinnen vorhanden sind, welche Hormone vor Entdeckung des Brustkrebses verwendet haben.
  • Die Sterblichkeit war bei Patientinnen deutlich verringert, wenn vor der Brustkrebsdiagnose Hormone verwendet wurden, nämlich  7,3%  zu  21,1 %. Dies bedeutet, dass Patientinnen eine viel bessere Chance haben, ihren Brutkrebs nach Jahren zu überleben, wenn sie vor der Diagnose Brustkrebs eine Hormontherapie bekommen hatten: 7% gegenüber 21% ist ein großer Unterschied!
  • Die Rückfallrate bei zuvor durchgeführter Hormontherapie ist deutlich vermindert:
    90,7% (Hormontherapie zuvor)  zu 80,6% ( keine Hormontherapie zuvor) der Patientinnen bleiben selbst nach 5 Jahren rückfallfrei.
    Das heißt, dass die Rückfallfreiheit deutlich höher ist: nur 9% der Patientinnen, die vor Krebs eine Hormontherapie bekommen hatten, bekamen einen Rückfall (Wiederkehr des Tumors), während es 19% waren bei jenen Patientinnen, die keine Hormontherapie zuvor verwendet hatten.

Zusammenfassung Hormontherapie und Brustkrebs:

  • Bioidentische Hormontherapie nach modernen Gesichtspunkten führt nicht zum gehäuften Auftreten von Brustkrebs.
  • Bekommt eine Patientin unter einer Hormontherapie trotzdem einen Brustkrebs, dann ist die Prognose um ein mehrfaches besser, als wenn die Patientin vorher keine Hormone bekommen hatte.

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