Akne – Pickel lass nach!

Kaum ein Teenager, der nicht unter Akne leidet. Aber es trifft auch Erwachsene. Salben helfen mal mehr, mal weniger. Findet die Medizin denn überhaupt keine Lösung?

Schätzungsweise 80% aller Menschen in den westlichen Industrieländern leiden besonders als Teenager einmal in ihrem Leben unter Akne. In letzter Zeit beobachten Ärzte aber auch bis zu 15% Erwachsene – besonders Frauen über 25 Jahren – mit Akneproblemen. Wie alle Betroffenen leiden sie vor allem seelisch unter dem äusseren Makel.

Bisherige Akne-Therapien

Deshalb fordern inzwischen auch internationale Forscher besondere Behandlungsstrategien für diese Frauen. Doch das ist leichter gefordert als umgesetzt, da auf dem Feld der Aknetherapie seit Jahren Stillstand herrscht. Wer zuletzt vor 20 Jahren auf die Behandlungsoptionen schaute, trifft heute nur auf alte Bekannte: Die Wirkstoffe sollen die Poren befreien, die Haut entfetten, Entzündungen hemmen oder Bakterien töten.

  • Von dem guten Dutzend verschiedener Cremes, die auf Rezept erhältlich sind, enthalten 70% ein Antibiotikum oder eine Kombination aus 2 Wirkstoffen: Antibiotikum und Vitamin-A-Säure. All diese Salbenkombinationen helfen nur bedingt, wenn es gut läuft, senken sie die Zahl der Pickel und Knötchen nach 3 Monaten konsequenten Cremens um etwa die Hälfte.
  • Des weiteren ist die für Frauen übliche Verschreibung einer gegen Akne wirksamen Pille hilfreich, kann aber das Risiko einer Thrombose (Blutgerinnung) erhöhen. Ein Hormontest zur Ermittlung des Hormonspiegels scheint auch keine grosse Rolle zu spielen, tatsächlich haben die meisten Aknepatientinnen völlig normale Hormonspiegel.
    Unbestritten bleibt aber, dass Hormone, vor allem männliche, von Belang sind, zumal die betroffenen Hautdrüsen männliche Rezeptoren (Aufnahme = Andockstellen) besitzen.
  • Zu Antibiotika, insbesondere denen, die geschluckt werden müssen, wird nur bedingt geraten, da der Darm unter den Antibiotika leiden kann und Resistenzen auftreten können.
  • Isotretionin, ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure, kann gegebenen falls gut helfen, hat aber im Falle einer Schwangerschaft fruchtschädigende Auswirkungen und kann zu Depressionen führen.

Etwas Neues wäre daher gut

Therapeutische Ansätze gäbe es: Über die Entstehungsprozesse der Akne haben Forscher in den letzten Jahren viel herausgefunden. Vor allem die immunologischen Prozesse in den Talgdrüsen scheinen viel komplexer zu sein, als vermutet. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Entzündung nicht erst mit dem Verschluss der Talgdrüse durch Bakterienvermehrung beginnt, sondern bereits vorher, wenn der Mitesser noch mikroskopisch klein ist.

Eines der wenigen neuen Mittel ist ein Gel, eine Kombination aus einem Akne-Antibiotikum und einer Vitamin-A-Säure.

Die Apotheken haben sich bereits auf die Bedürfnisse der Patienten eingerichtet. So finden sich unter den meist höherpreisigen Cremes inzwischen Produktlinien für „erwachsene unreine Haut“ oder Präparate gegen Pickel und Falten zugleich, die jenen Hauch von Futurismus ausstrahlen, der den vom Arzt verschriebenen Mitteln fehlt. Dem Image dieser Kosmetika hilft, dass sie im Gegensatz zu rezeptpflichtigen Medikamenten beworben werden dürfen. Da ist dann viel von „Innovation“ die Rede.
Für die meisten dieser Stoffe wie Milchsäure, Vitamin C,  Retinol oder Bakuchiol gilt, dass sie keinen positiven Einfluss auf die Akne haben.

Fazit

Zusammenfassend gilt also weiterhin, dass die Aknetherapie bei Leidensdruck in die Hände eines Arztes gehört und den individuellen Verhältnissen der Patientin angepasst werden sollte.

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